Mein Chucky, komm gut über die Regenbogenbrücke

Hallo ihr Lieben!

Nach über einem Monat habe ich jetzt die Kraft gefunden, den traurigsten Tag in meinem bisherigen Leben in Worte zu fassen. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, litt mein Seelenkater Chucky seit seinem 12. Lebensjahr an einer Schilddrüsenüberfunktion. Diese Erkrankung ist bei älteren Katzen keine Seltenheit. Er wurde medikamentös gut eingestellt und war ein fröhlicher und charakterstarker Kater.

Die Tage bevor…

Ich weiß gar nicht so wirklich, wo ich anfangen soll. Chucky ging es super. Er spielte mit seinem Katzenbruder Muffin und fraß für seine Verhältnisse normal. Er machte keinerlei Anzeichen, dass es ihm total schlecht geht. Als ich am Samstagabend, den 25.11.2023 von der Arbeit nach Hause kam, ging es meinem Schatzi auch noch gut. Er legte sich zu mir auf die Couch und gemeinsam schliefen wir ein. Am nächsten Tag merkte ich schon, dass etwas nicht stimmte. Er schaute sehr traurig und kam nicht mehr zu mir auf die Couch. Er fraß auch nur noch Schleckpaste und das mit sehr viel Motivation meinerseits. Als ich ihm ein Baldriankissen zum Spielen vor die Nase legte, schmiss er sich darauf und rieb sich daran, so wie er es immer getan hatte. Dennoch war meinem Freund und mir klar, dass wir am Montag, den 27.11.23 unbedingt mit Chucky zum Arzt müssen.

Auf zum Tierarzt

Ich merke, wie mir beim Schreiben jedes einzelnen Wortes die Tränen in meine Augen schießen. Chucky miaute auf der kurzen Autofahrt zum Tierarzt die ganze Zeit, denn das war noch nie seine Lieblingsbeschäftigung. Als wir beim Tierarzt eintrafen, melde ich uns an und kurze Zeit später wurden wir auch schon ins Behandlungszimmer gerufen.

Mein Chucky war schon immer ganz tapfer beim Tierarzt und ließ sich ohne Probleme aus seiner Box heben. Chucky war aufgrund seiner Schilddrüsenerkrankung etwas schlanker als ein gesunder Kater in seinem Alter. Dadurch, dass er binnen eines Tages nicht mehr gut gefressen hat, sah er sehr schwach aus. Die Tierärztin tastete ihn vorsichtig ab und mein Baby war einfach so schwach. Der Anblick ließ mich in Tränen ausbrechen. Die Tierärztin entnahm Blut, denn vorher konnte sie nix eindeutiges zu Chucky´s Zustand sagen. Beim Legen des Zugangs war er so super brav.

Ich war sehr traurig aber gleichzeitig auch mega stolz auf mein Baby. Im Anschluss bekam er noch eine Infusion, um wieder etwas zu Kräften zu kommen. Die Tierärztin würde sich dann einen Tag später bei uns melden, wenn sie die Ergebnisse der Blutuntersuchung hat.

Abwarten und Tee trinken

Wieder zu Hause angekommen merkte ich schon, wie es ihm ein wenig besser ging. Denn er sprang den Sofahocker hoch und schlief. Zuvor hatte er nicht mal mehr die Kraft, den Hocker zu erklimmen. Der Tag bis zum Anruf der Tierärztin verging sehr langsam und die Gedanken in meinem Kopf spielten verrückt. Ich dachte an das Schlimmste, gleichzeitig hoffte ich aber auch auf das Beste.

Chucky´s Zustand war kritisch. Er fraß sein Futter nicht mehr, schleckte maximal die Soße von den Fleischstückchen ab. Ich versuchte ihm so viel wie möglich anzubieten. Putenwurst wollte er nicht. Schleckerpaste „zwang“ ich ihm mehr oder minder hinein, damit er wenigstens etwas zu sich nahm. Dabei tropfte viel daneben, wodurch sein Fell verklebt war. Ich machte ihn vorsichtig sauber, denn er hatte nicht mal mehr die Kraft sich selbst zu putzen. Dabei war er immer sehr reinlich. Ich war fix und fertig mein Baby so zu sehen.

Am Dienstag, den 28.11.2023 ging ich morgens ins Bad und sah mein Baby, der sich voller Schmerzen und total geschwächt in die oberste Etage gequält hat – hinter der Badewanne liegen. Sein Blick war voller Traurigkeit. Wieder begann ich ihm Schleckerpaste zu geben und ein wenig nahm er sie an. Ich streichelte ihn und versuchte ihm soviel Liebe wie möglich zu geben.

Am Nachmittag kam dann der entscheidende Anruf der Tierärztin. Sie meinte, dass die einzigen Werte, die bei Chucky gut sind, die der Schilddrüse sind. Mir wurde übel und ich begann noch während des Telefonats zu weinen. Damit hätte ich nicht gerechnet, zu sehr hoffte ich auf bessere Nachrichten.

Die Tierärztin wollte wahrscheinlich nicht wirklich aussprechen, was sie tatsächlich dachte. Sie meinte, dass wir eine Therapie beginnen können, da Chucky eine chronische Niereninsuffizienz hat. Mit Infusionen und Medikamenten über einen Zeitraum von 3 Tagen. Anschließend schaut man, ob die Therapie anschlägt oder nicht.

Ich fragte nach den Chancen solch einer Therapie, die ja auch mit hohen Kosten verbunden ist. Sie meinte, dass sie das pauschal nicht sagen kann, da es vom Tier abhängig ist. Fakt ist, dass Chucky vorerkrankt und 16 Jahre alt ist. Ich besprach die ganze Angelegenheit mit meinem Partner und zusammen waren wir uns einig, eine Therapie zu beginnen.

Chucky ist mein Seelenkater. Er ist so alt, wie mein Partner und ich zusammen sind. Solange begleitete er mich schon durch mein Leben und hat unzählige meiner Tränen getrocknet. Er hat jeder Chance auf Heilung die sich ihm bietet verdient. So legte ich für den Rest der Woche Termine beim Tierarzt fest, an denen Chucky seine Infusionen und entsprechende Medikamente erhalten sollte.

Therapiebeginn

Chucky´s Zustand verschlechterte sich über Nacht rapide. Mein Partner fand ihn am Mittwochmorgen, den 29.11.2023 oben im Flur liegen, alle vier Beine von sich gestreckt aber noch am Leben. Ich nahm ihn auf meinen Arm und brachte ihn nach unten. In meinen Armen miaute er. Dies hat er noch nie getan. Ich nahm an, dass er starke Schmerzen hatte und so setzte ich ihn wieder auf den Boden. Er lief stark schwankend durch das Wohnzimmer.

Er ging ins Katzenklo, legte sich hin und pullerte in liegender Position. Mein Partner und ich schauten uns an und dachten in dem Moment wahrscheinlich das Gleiche. Was ist, wenn ich heute ohne mein Baby wieder nach Hause fahren werde? Der Gedanke zerriss mich innerlich aber ich musste stark sein, stark für mein Baby.

Die Welt steht still

Wir gingen ins Behandlungszimmer. Als die Tierärztin Chucky´s Anblick sah, war ihr der Schock über seinen Zustand förmlich im Gesicht anzusehen. Ohne das Wort „Einschläferung“ anzusprechen machte sie uns klar, dass eine Therapie höchstwahrscheinlich nichts mehr bringen würde. Sie sagte zu uns, dass Chucky innerlich vergiftet. Er leider an einer chronischen Niereninsuffizienz, hat beginnendes Organversagen und eine Blutarmut. Ich brach zusammen. Die Tierarzthelferin brachte mir einen Stuhl und ich setzte mich ganz nah zu meinem Baby.

Die Tierärztin meinte noch, dass es unsere Entscheidung ist, wie wir weiter verfahren wollen aber es wäre egoistisch eine Therapie anzugehen. Ich wusste, dass es keine andere Lösung gab, als meinen Schatz zu erlösen hatte aber nicht die Kraft oder den Mut es auszusprechen. Mein Partner und ich schauten uns gegenseitig an, auch er war nicht in der Lage das schlimme Wort „einschläfern“ auszusprechen.

Wir blickten in Richtung der Tierärztin und nicken einfach nur. Ich küsste meinen Chucky und streichelte ihn während die Tierärztin alles vorbereitete. Unteranderem wurde im Behandlungszimmer das Licht ausgeschaltet, damit es für ihn etwas angenehmer ist und er nicht von dem grellem Licht angeleuchtet wird. Als erstes bekam Chucky ein Narkosemittel gespritzt, als würde er gleich operiert werden. Mein Partner schaute Chucky ganz tief in die Augen, um ihm ein vertrautes Gefühl zu vermitteln. Dann schlief er ein.

Chucky lag auf seinem Kissen. Ich nahm ihn auf meinen Schoß und streichelte ihn. In der Zeit gab die Tierärztin Chucky ein überdosiertes Narkosemittel, was sein kleines Herzchen zum Stillstand bringen sollte. Mir wurde im Vorfeld noch versichert, dass er keine Schmerzen haben würde. Die ganze Situation war das Schlimmste, was ich je durchleben musste. Abzuwarten, wie mein kleiner Schatz für immer einschläft. Mit dem Stethoskop überprüfte die Tierärztin immer wieder, ob sein Herz aufgehört hat zu schlagen, bis sie es schließlich aussprach.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel Zeit dazwischen vergangen ist. Für mich ging es jedenfalls viel zu schnell. Dann wurde mir plötzlich total schlecht, ich hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen. Die Tierärztin nahm mir Chucky ab und schob mir einen Mülleimer hinüber, in den ich mich übergeben konnte. Mir war so schlecht und schwindelig, meine Beine fühlten sich wie Gummi an. Ich merkte förmlich, wie mein Herz entzweibrach. Mein Seelenkater war tot.

Ich weinte ohne Ende. Mein Partner tröstete mich aber die Tränen wurden nicht weniger. Ich könnte noch ewig weiterschreiben, wie schlimm das alles war aber es würde nicht annähernd so rüberkommen, wie ich mich tatsächlich gefühlt habe und noch immer fühle.

Chucky, mein geliebter Seelenkater! Du warst so toll. Dein Schnurren hat mir viele Schmerzen genommen und dein weiches rotes glänzendes Fell hat viele meiner Tränen getrocknet. Dein Charakter war einzigartig, stark und liebevoll. 16 Jahre warst du an unserer und vor allem an meiner Seite. Du hast mich viel Nerven gekostet aber hast mir auch unzählige wunderschöne und witzige Momente beschert. Du warst der Chef im Haus und hattest deinen Golden Retriever Bruder gut im Griff. Ich vermisse dich jeden Tag total. Keiner, der mehr auf meinem Buch liegt, wenn ich lese. Keiner, der an Plastik oder Pflanzen kaut und in meine Einkaufsbeutel kriecht. Du kamst jeden Abend zu mir auf die Couch und wir haben gemeinsam gekuschelt und sind Seite an Seite eingeschlafen. Du fehlst überall mein kleiner Sonnenanbeter. Ich werde dich immer lieben. 

Chucky liegt jetzt bei uns im Garten begraben. Mein Partner hat ihm eine Holzkiste gebaut. Auf diese haben wir viele tolle Worte geschrieben und Bilder geklebt, die er sich immer wieder ansehen kann. Auch, haben wir sein Lieblingsspielzeug mit reingelegt.

Hier schreibt:

Stefanie

Hey! Na, bist du auch so ein großer Katzenfan wie ich? Ich hoffe doch! :) Um mich kurz vorzustellen: Ich bin die Stefanie, liebe sowohl das Stadtleben als auch die Natur, das Kreative und Kritische. Außerdem bin ich stolze Bezugsperson von Muffin und Chucky, meinen zwei zuckersüßen Katern. Falls du jetzt neugierig bist und mehr über uns erfahren möchtest, dann schaue doch am besten hier mal vorbei.


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